Piwis reduzieren Pflanzenschutzmitteleinsatz und fördern nachhaltigen, effizienten, klimafreundlichen Weinbau

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Pilzwiderstandsfähige Rebsorten, im Fachjargon Piwis genannt, benötigen aufgrund ihrer Resistenz gegen Pilzbefall deutlich weniger fungizide Pflanzenschutzmaßnahmen und sind damit ein wesentlicher Faktor für klima- und umweltfreundlichen Weinbau. Die Sorten sind genetisch auf wärmere Temperaturen und stärkere Niederschlagsvariabilität eingestellt und minimieren Behandlungsintervalle. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts erstreckt sich ihre Anbaufläche in Deutschland inzwischen auf rund 4000 Hektar und zeigt einen stetigen Zuwachs.

Piwis erreichen 2025 vier Prozent Anteil an deutschen Rebflächen

Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Fläche pilzwiderstandsfähiger Rebsorten 2025 um zehn Prozent an. Mit einem Anteil von rund vier Prozent behaupten sie sich erfolgreich im deutschen Weinbau. Die gesamte Rebfläche erreicht momentan etwa 102.000 Hektar, was dem Niveau von 2007 entspricht. Dieser deutliche Zuwachs spiegelt die Bemühungen wider, Pflanzenschutzmittel einzusparen und nachhaltige Anbaumethoden zu fördern, während gleichzeitig die Weinbauwirtschaft auf langfristige Stabilität setzt und den ökologischen Fußabdruck effizient reduziert.

Weiße Piwi-Rebsorte Souvignier Gris führt insgesamt mit 766 Hektar

Mit einem weiteren Flächenplus von 170 Hektar im Anbaujahr 2025 stieg die Anbaufläche der pilzwiderstandsfähigen Weißsorte Souvignier Gris auf insgesamt 766 Hektar an. Damit hält sie ihre klare Vorreiterrolle unter den Piwi-Trauben. Cabernet Blanc folgt als Zweitplatzierter mit einer Fläche von 356 Hektar. Beide Sorten zeichnen sich durch hohe Resistenzen aus und reduzieren Pflanzenschutzaufwand, was zum nachhaltigen Ausbau des Weinbaus in Deutschland beiträgt. Ihr Erfolg spiegelt wachsende nachhaltigkeitsorientierte Nachfrage wider.

Konventionelle Weißweinsorten verlieren 2025 Flächen, Piwis gewinnen verstärkt Aufmerksamkeit

Im Jahr 2025 konnten lediglich zwei klassische Weißweinsorten, namentlich Chardonnay mit einem Zuwachs von 102 Hektar sowie Sauvignon Blanc mit 40 Hektar, Flächengewinne verzeichnen. Alle anderen konventionellen Weißweinreben erlitten zum Teil erhebliche Rückgänge. Diese einseitige Entwicklung rückt pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen verstärkt ins Blickfeld, da sie mit reduziertem Pflanzenschutzeinsatz überzeugen, angesichts veränderter Klimabedingungen widerstandsfähig sind und somit eine nachhaltige Option für zukunftsorientierte Weinbaubetriebe bieten. Sie tragen überdies zur Stabilisierung langfristiger Erträge bei.

Pilzwiderstandsfähige Rote Sorten verzeichnen marginale leichte Zuwächse im Rotweinsegment

Im Gegensatz zum anhaltenden Rückgang der meisten roten Rebsorten konnte Merlot in der aktuellen Saison 2025 eine Erweiterung seiner Rebfläche um 18 Hektar verzeichnen und erreicht nun 981 Hektar. Darüber hinaus legten drei pilzwiderstandsfähige rote Sorten geringfügig zu: Satin Noir wuchs um zehn Hektar, Cabernet Cortis nahm acht Hektar hinzu und Pinotin profitierte von sechs Hektar mehr. Diese marginalen Zuwächse widersprechen dem allgemeinen Schrumpfungstrend im Rotweinsegment und belegen effektive Resistenzstrategien.

Deutsche Rebfläche erreicht wieder Stand von 2007: 102 000 Hektar

Mit einem Rückgang von einem Prozent reduzierte sich die gesamte Rebfläche in Deutschland im letzten Jahr auf rund 102 000 Hektar. Dieser Flächenrückgang führt dazu, dass der Wert wieder auf das Niveau von 2007 gesunken ist. Der bisherige Spitzenwert lag 1994 bei 106 000 Hektar. Die Entwicklung zeichnet den fortlaufenden Strukturwandel im deutschen Weinbau nach und unterstreicht die Notwendigkeit nachhaltiger Produktionsstrategien sowie verbesserter witterungsresistenter Rebsorten. Analyse, Planung und Investitionen gewinnen an Bedeutung.

Rote Sorten schrumpfen stärker als Weißwein, Piwis treiben Zuwächse

Im Vergleich sank die Anbaufläche für rote Rebsorten um 791 Hektar, während Weißweine einen Rückgang von 539 Hektar verzeichneten. Aktuell entfallen 70 Prozent der deutschen Rebflächen auf Weißweinreben. Dieses Verhältnis spiegelt die zunehmende Nachfrage nach pilzwiderstandsfähigen und traditionellen Weißweinsorten wider. Die rückläufige Rotweinnachfrage leitet einen langfristigen Strukturwandel ein. Winzer richten ihre Strategien verstärkt auf den Ausbau von Weißweinspezialitäten aus. Regionale Schwerpunkte und Investitionen verschieben sich entsprechend der Verbraucherpräferenzen.

Regionale Rebflächen: Rückgänge in vier Gebieten, Zuwachs in Saale-Unstrut

Die Bestandsentwicklung der Weinbaugebiete divergiert stark: Württemberg verzeichnete im Berichtszeitraum einen Rückgang von 485 Hektar, gefolgt von Baden mit 312 Hektar Verlust. In der Mosel-Region sank die Rebfläche um 158 Hektar, in der Pfalz um 147 Hektar. Als einzige Ausnahme wuchs das Gebiet Saale-Unstrut um zehn Hektar an, wodurch die Gesamtfläche dort 868 Hektar erreichte und eine positive Entwicklung gegenüber den übrigen Regionen zeigte. differenzierte regionale Trends ersichtlich. deutlich erkennbar

Durch ihre angeborene Resistenz gegen Pilzbefall erlauben pilzwiderstandsfähige Rebsorten eine deutliche Reduktion der eingesetzten Fungizide und tragen damit wesentlich zur Verbesserung der Ökobilanz im Weinbau bei. Ihre Eignung für wärmere Klimazonen und unregelmäßige Niederschlagsmuster macht Sorten wie Souvignier Gris und Cabernet Blanc zu verlässlichen Partnern für eine klimaresiliente Produktion, die Winzern langfristige Erträge sichert und die ökologische Verträglichkeit ihrer Anbauflächen erhöht. Zudem senken sie effizient den CO2-Fußabdruck durch geringere Bodenbearbeitung.

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