Im Rahmen des zehnten Colour Management Symposiums präsentierten Fachleute moderne Verfahren für Verpackungsdruck und Real Surface Proofing. Expertinnen von ChromaChecker, Edelmann und Fogra stellten neue Messmethoden wie „Messen im Bild“ sowie FFI-Standards für ECG 7C vor. Parallel diskutierten GMG Color, Interproof und Fogra D50noUV-Konzepte für LED-basierte Farbreproduktion auf realen Substraten. Intensiver Austausch in sieben Sessions und beim Bayerischen Abend förderte praxisnahe Qualitätskontrolle und globale Kooperationen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitierten
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Über 200 Teilnehmer aus 126 Unternehmen diskutieren auf CMS-Jubiläum
Beim zehnten CMS in München trafen sich über 200 Fachleute aus 23 Nationen und 126 Organisationen, um aktuelle Trends im Farbmanagement zu diskutieren. Das Event überzeugte mit Expertentalks, interaktiven Produktvorführungen und praxisorientierten Use Cases. Netzwerkmöglichkeiten auf Ausstellerflächen, während Pausen und beim Gala-Abend förderten wertvolle Kontakte zwischen Brand Ownern, Herstellern und Technologieanbietern. Der intensive Wissensaustausch legte den strukturellen Grundstein für innovative, richtungsweisende Ansätze und nachhaltige, effiziente Prozessoptimierungen in Marketing und Druckproduktion.
Praxisrelevante Lösungsansätze entstehen durch intensive Gespräche und persönlichen Austausch

Wie schaut die Praxis im Farbmanagement aus? Steffen Walter (THIMM) (Foto: Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.)
Mit über 200 Teilnehmern aus 23 Ländern boten die Ausstellerflächen, Networking-Pausen und der Bayerische Abend ideale Rahmenbedingungen für den Erfahrungsaustausch. Fokussierte Diskussionen zu aktuellen Herausforderungen lieferten praxisnahe Lösungsstrategien für Farbmanagement und Druckproduktion. Persönliche Begegnungen erleichterten das Knüpfen von Kontakten zwischen Markeninhabern, Druckdienstleistern und Forschungseinrichtungen. Auf dieser Grundlage entstanden zukunftsweisende Partnerschaften sowie Projektinitiativen, die die Entwicklung innovativer Technologien in der Druck- und Verpackungsbranche vorantreiben effizient zielgerichtet strategisch nachhaltig interdisziplinär kooperativ erfolgreich.
Digitale Kundenerwartungen, Verpackungsdruck und HDR-Technik in sieben kompakten Vorträgen
Sieben interaktive Sessions verschafften Teilnehmern praxisorientiertes Know-how rund um digitalisierte Kundenerwartungen, normierte Packaging-Farbmodelle, HDR-optimierte Druckabläufe, authentisches Substrat-Proofing und KI-gesteuerte Produktionsoptimierung. Fundierte Fallstudien veranschaulichten erfolgreiche Implementierungen und die praktische Anwendung von ECG 7C sowie ISO 12647-2:2026+. Durch Live-Demos realer Testdrucke und moderierte Diskussionsrunden konnten Herausforderungen identifiziert und Lösungskonzepte abgestimmt werden. Abschließend erhielten die Teilnehmer umfassende Handlungsleitfäden und praxisnahe Checklisten für unmittelbare Prozessverbesserungen. Networking-Formate und praxisnahe Tool-Demos verdeutlichten direkt Effizienzsteigerungen im Arbeitsablauf.
Markeninhaber optimieren Farbprozesse digital für konsistente Darstellung über Kanäle

Markus Weber (Staudacher) und Jürgen Hein (w&co MediaServices) (Foto: Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.)
Session 1 setzte an den Erfahrungen von Amagoo, Coppenrath & Wiese und HARIBO an, um Herausforderungen bei der Zentralisierung von Farbmanagementprozessen zu thematisieren. Die Referenten analysierten digitale Transformationsprojekte, beschrieben Integrationsschritte in bestehende IT-Landschaften und verdeutlichten, wie automatisierte Farbabgleiche und zentrale Datenarchive zur Fehlerreduktion beitragen. Abschließend wurden Empfehlungen gegeben, wie Brand Owner ihre Farbprozesse in Zeiten rasanter Online-Kommunikation nachhaltig skalieren und Qualitätsziele zuverlässig erreichen sowie Skaleneffekte heben und interne Schulungsmaßnahmen fördern.
Experten diskutieren standardisierte digitale Prüfverfahren zur Vereinfachung von Farbfreigabeprozessen
ChromaChecker führte durch eine Session, in der laut Experten von Edelmann, Druckerei Bauer und Fogra bildbasierte Farbmessmethoden vorgestellt und die Ausarbeitung einheitlicher FFI-Standards für ECG 7C erörtert wurden. Ziel war die Optimierung der Farbabstimmung zwischen Druckern und Markenartikelherstellern. Die Referenten hoben hervor, wie durch standardisierte Prüfspezifikationen und automatisierte Workflow-Integrationen Genehmigungen beschleunigt, Abweichungen reduziert und die Effizienz in der Verpackungsproduktion nachhaltig gesteigert werden können, mit messbaren KPI und optimierten transparenten Freigabeprozessen.
Neue FOGRA59-Vorgaben verbessern messbar HDR-Farbumfang im klassischen und Backlit-Druckverfahren
Mit Hilfe von Testdrucken vor Ort erläuterten Dorin Pitigoi (Grup Transilvae), Prof. Florian Süßl (Berliner Hochschule für Technik) und Rudolph Druck detailliert, wie HDR-basierte Druckprozesse in Verbindung mit dem neu eingeführten FOGRA59-Standard (eciCMYKv2) den Farbraum und Kontrastumfang sowohl im Backlit- als auch im Offsetdruck erweitern. Ihre Messprotokolle belegen erhebliche Verbesserungen in Tonwertlinearität, Tiefenanmutung und Leuchtstärke und dienen als Richtlinie für künftige Produktionsstandards. Diese Ergebnisse fördern standardisierte Abläufe sowie effiziente Qualitätssicherungsmaßnahmen.
LED-basierte Farbreproduktion mit D50noUV und Real Surface Proofing optimiert

Justin Laird (Apple), Tolga ?ensöz (VitrA Tile), Thomas Voigt (Foto: Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.)
GMG Color, Interproof und Fogra demonstrierten das Real Surface Proofing als Leitfaden für akkurate Farbvorschauen auf realen Bedruckstoffsubstraten. Zugleich definierten sie das D50noUV-Konzept als zukünftigen Standard für LED-basierte Farbreproduktion ohne UV-Einflüsse. In verschiedenen Spotlights erläuterten sie die praktische Umsetzung von M1-, M2- und M3-konformen Messverfahren, während Podiumsdiskussionen die Interpretation spektraler Daten und den Abgleich mit referenziellen Farbräumen behandelten. Dabei wurden Optimierungen für künftige Standardisierungen identifiziert. Außerdem beleuchteten sie umfangreiche Kalibrierungstechniken.
Gegensätzliche KI-Methoden in Live-Battle zeigen Einsparungen und Fehlerquellen auf
Zwei KI-Experten präsentierten im Live-Battle bei w & co MediaServices konkurrierende Konzepte für automatische Farbkorrektur und Retusche, um Leistungsunterschiede transparenter zu machen. Die simultane Anwendung beider KI-gestützten Workflows ermöglichte eine objektive Gegenanalyse von Bearbeitungsdauer, Genauigkeit und auftretenden Artefakten. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Ermittlung typischer Fehlermuster und realisierbarer Effizienzsteigerungen. Das Ergebnis stellte bewährte Anwendungsstrategien vor und zeigte Optimierungsansätze für den Einsatz künstlicher Intelligenz in Produktionslinien auf mit praktischen Empfehlungen.
Industrieller Stahl- und Fliesendruck mit hyperspektraler Messung optimiert Farbsicherheit
Im abschließenden Abschnitt erläuterten STIHL, VitrA Tile und Apple innovative digitale Drucklösungen, darunter Stahlbeschichtungen mit präziser Farbkalibrierung, Fliesendruck mit hyperspektraler Rückführung und appearance-basierte Qualitätsanalysen. Die Session verdeutlichte modulare Prozessketten, die sich nahtlos in bestehende Produktionslinien integrieren lassen. Durch den Einsatz von automatisierten Messstationen, KI-gestützten Auswertungen und standardisierten Protokollen erzielen Hersteller exakt reproduzierbare Farbergebnisse, reduzieren Ausschussraten und erhöhen die betriebliche Effizienz. Kalibrierungsdaten aktualisieren sich automatisch verlässlich, schnell und ermöglichen globale Farbstandards.
Fogra CMS-Forum präsentiert weltweit zukunftsweisende, praxisorientierte Farbmanagement-Standards und Methoden
Vertreter von STIHL, VitrA Tile und Apple zeigten in der Abschlusssession, wie digitale Druckprozesse auf Stahl, Fliesen und Metallsubstraten mit hyperspektraler Messung und appearance-basierter Qualitätskontrolle eine neue Stufe industrieller Farbsicherheit ermöglichen. Praxisnahe Beispiele verdeutlichten Potenziale für individualisierte Produktmarken, automatisierte Prüfroutinen und nachhaltige Produktionsketten. Teilnehmer erhielten konkrete Impulse für die Implementierung zukunftsweisender Technologien in ihren Industrieprozessen, um zuverlässige Farbqualität und Ressourceneffizienz miteinander zu verbinden. Es bot praxisnahe Lösungen für zukünftige Farbanforderungen.

