Experten fordern dritte Kernaufgabe und nachhaltige Finanzierung im Hochschultransfer

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Am 12. Februar 2026 veröffentlicht die EFI-Kommission ein Gutachten, das weitreichende Anregungen zum Hochschul-Technologietransfer liefert. Im Sinne der Forderungen von BIO Deutschland soll die dritte Kernaufgabe neben Forschung und Lehre fest etabliert werden. Notwendig seien dauerhafte Budgetlinien, eine umfassende Transferstrategie und beschleunigte Verhandlungen zu Schutzrechten. Dadurch könnten Ausgründungen erleichtert, Industrieexpertinnen und -experten angesprochen und Deutschlands biotechnologische Innovationsfähigkeit wirkungsvoll gestärkt werden. Dazu sollen standardisierte Modellverträge sowie ganzheitliche Prozesse etablierte Strukturen verbessern.

Kommissionsgutachten 2026 fordert dauerhaft finanzierte Transferabteilungen an deutschen Hochschulen

Die Expertenkommission der EFI legte im Februar 2026 ihr Gutachten vor, in dem sie umfassende Empfehlungen zur Effizienzsteigerung des Technologietransfers an Hochschulen ausspricht. Dabei betont sie die offizielle Etablierung des Wissenstransfers als drittwichtigste Hochschulaufgabe neben Forschung und Lehre. Zudem fordert sie nachhaltige Finanzierungszusagen aus regulären Staatsmitteln sowie einen integrativen, akteursübergreifenden Gesamtansatz, der verschiedene Transfermechanismen bündelt und dank vereinheitlichter Verfahren Patent- und Lizenzverhandlungen beschleunigt und institutionelle Kooperationen Hochschulen und Industrie unterstützt.

Hanke fordert langfristige Finanzierung für Transferabteilungen an biotechnologischen Universitäten

Nach Ansicht von Thomas Hanke, Co-Leiter der AG Technologietransfer bei BIO Deutschland, muss Technologietransfer in der Biotechnologie an Hochschulen als dritte zentrale Aufgabe neben Forschung und Lehre verankert werden. Ausgründungen seien entscheidende Innovationsquelle. Daher fordert er eine verlässliche langfristige Finanzierungsplanung für spezialisierte Transferstellen. Zusätzlich sollten Fachkräfte mit einschlägigen Erfahrungen aus der Industrie gewonnen werden, um sowohl die Tiefe als auch die Breite des Transfers zu steigern und messbar gemacht werden.

Birgit Kerber fordert effiziente Modellverträge zur Beschleunigung komplexer IP-Verhandlungsprozesse

Die Kommission empfiehlt einen integrativen, akteursoffenen Gesamtplan, der unterschiedliche Technologietransferwege berücksichtigt und die vielfältigen Anforderungen von Forschungseinrichtungen abbildet. Birgit Kerber, Leiterin der AG Technologietransfer, setzt sich für standardisierte Workflows und flexible Musterverträge ein, um zeitaufwändige Verhandlungen zu vermeiden. Sie hält eine Einheitslösung für nicht zielführend, verweist jedoch darauf, dass klar definierte Leitlinien den Verfahren eine Struktur geben und den Ablauf insgesamt erleichtern und gleichzeitig ausreichende Flexibilität für unterschiedliche Bedürfnisse gewährleisten.

Kerber betont Budgets und modellspezifische Verträge für erfolgreiche Hochschultransferteams

Birgit Kerber hebt hervor, dass zahlreiche Hochschulprojekte erfolgreich in die Anwendung überführt wurden, wobei BioNTech als Paradebeispiel für effektiven Technologietransfer dient. Sie unterstreicht, wie wesentlich der systematische Ausbau existierender Transferinfrastrukturen und die dauerhafte Finanzierung sind, um Forschungsergebnisse schnell marktreif zu machen. Standardisierte Vertragsmodelle und langfristig zugesicherte finanzielle Mittel schaffen Planungssicherheit und unterstützen die Rekrutierung spezialisierter Fachkräfte für effiziente Übergänge von Labor zu Markt. Somit entsteht ein stabiles und nachhaltiges Innovationsökosystem.

Deutsche Biotech-Patentanmeldungen stagnierten zehn Jahre international deutlich weiterhin hinterher

Laut Viola Bronsema, Geschäftsführerin von BIO Deutschland, befindet sich Deutschland bei internationalen Biotechnologie-Patentanmeldungen auf einem niedrigen Rang und hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum merklich verbessert. Sie begrüßt ausdrücklich, dass das Gutachten die Hightech-Agenda aufgreift und fordert, durch gezielten und beschleunigten Technologietransfer die Innovationspotenziale deutscher Forschungseinrichtungen stärker zu nutzen, um die globale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das Wachstum in der Biotechnologie nachhaltig voranzutreiben. Breitere Kooperationen erscheine daher notwendig.

Gestärkte Third Mission ermöglicht holistische Transferstrategien und schnellere IP-Verfahren

Mit der Umsetzung der EFI-Empfehlungen werden belastbare Strukturen etabliert und planbare Finanzierungsquellen für Technologietransfer dauerhaft gesichert. Die Third Mission erhält eine eigenständige Rolle neben Forschung und Lehre. Holistische Transferstrategien fördern die reibungslose Integration verschiedener Transferpfade. Beschleunigte Schutzrechtsprozesse verkürzen Vertragszyklen und erleichtern Ausgründungen. Hochschulen profitieren von optimierten Kooperationsstrukturen, gewinnen Industrieexperten und stärken Deutschlands Position in der Biotechforschung international. Planungssicherheit und effiziente Prozesse ermöglichen nachhaltige Innovationsförderung. Dieser Gesamtansatz hebt die Wettbewerbsfähigkeit.

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